LTE-Tarife von Telekom, Vodafone, o2 und der Discounter

Die LTE-Verfügbarkeit in Deutschland hat sich seit dem Start der schnellen 4G-Mobilfunktechnik im Jahr 2010 rasant verbessert. Aktuell sind auf dem deutschen Markt nach der Fusion von o2 und E-Plus zu Telefónica drei Mobilfunkanbieter mit eigenen LTE-Netzen präsent. Diese drei Provider sind die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland (o2). Alle drei Betreiber bieten ihren Kunden eine Vielzahl verschiedener 4G-Tarife, die die Nutzung des schnellen LTE-Netzes beinhalten. Je nach Mobilfunkanbieter sind maximale Übertragungsraten von 225, 300 oder sogar 500 Megabit pro Sekunde möglich. Die 4G-Tarife lassen sich in drei grundsätzliche Kategorien einteilen. Diese Kategorien sind:

LTE-Tarife
LTE-Tarife der Netzbetreiber im Vergleich (Bildquelle: © Björn Wylezich – stock.adobe.com)

– LTE-Tarife als Ersatz für Internetanschlüsse basierend auf Festnetztechnik wie DSL oder Kabel
– LTE-Tarife für mobiles Surfen mit dem Tablet oder dem Laptop
– LTE-Tarife für das Smartphone für mobiles Telefonieren und Surfen

Gerade in ländlichen Regionen, in denen eine schlechte Versorgung mit DSL-Leitungen besteht, hat sich LTE aufgrund seiner Leistungsfähigkeit zu einer echten Alternative zu Festnetzanschlüssen entwickelt. Mit einem LTE-Router und -Tarif ausgestattet, kann von zu Hause aus mit ähnlicher Performance wie mit einem Festnetzinternetanschluss gesurft werden. Ebenfalls möglich ist die Kombination von Festnetztechnik und LTE-Mobilfunktechnik, wie sie beispielsweise die Deutsche Telekom mit ihren Hybrid-Anschlüssen anbietet. Die 4G-Technik sorgt bei diesen Anschlüssen für höhere Bandbreiten der Internetanschlüsse.


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Für das mobile Surfen mit dem Tablet oder dem Laptop haben die Provider LTE-Tarife in ihrem Portfolio, bei denen die Telefonfunktion eingeschränkt ist und die speziell für die mobile Datenübertragung konzipiert sind. Mit einem geeigneten Surf-Stick lassen sich fast beliebige Endgeräte mit der LTE-Technik ausstatten. Die Smartphone-LTE-Tarife beinhalten in der Regel neben dem schnellen Surfen Minutenkontingente oder Flatrates für das mobile Telefonieren und das Versenden von SMS-Nachrichten.

LTE-Tarife in Deutschland haben häufig ein Datenvolumen

Die meisten LTE-Tarife der Provider in Deutschland haben gemeinsam, dass es sich nicht um echte Flatrates handelt. Nach dem Verbrauch des für den 4G-Tarif gültigen monatlichen Datenvolumens wird die Surfgeschwindigkeit für den Rest des Monats auf eine erheblich geringere Datenrate im Bereich von Kilobit pro Sekunde reduziert.

Die wenigen echten auf dem deutschen Markt erhältlichen LTE-Flatratetarife sind aktuell noch mit immensen Kosten verbunden. Hier hinkt Deutschland im europäischen Vergleich deutlich hinterher. In Ländern wie beispielsweise Finnland, Irland, Lettland, Dänemark oder Litauen sind echte Flatrate-LTE-Tarife für weit unter 30 Euro pro Monat erhältlich. Die hohen Preise für diese Art von Tarif in Deutschland hat vielerlei Gründe. Zum Teil sind sie auf die hohen Kosten für die ersteigerten LTE-Frequenzen und auf die Versorgungsvorgaben durch die Bundesnetzagentur zurückzuführen.

Mobilfunkdiscounter häufig mit Einschränkungen bei 4G-Tarifen

Neben den drei Mobilfunkanbietern mit eigenen LTE-Netzen existieren in Deutschland viele Discounter, die als Wiederverkäufer von Mobilfunkdienstleistungen auf Basis dieser LTE-Netze auftreten. Oftmals ist die Nutzung der schnellen LTE-Netze in den Tarifen der Discounter allerdings nicht möglich oder die maximale Geschwindigkeit deutlich begrenzt. Durch die Fusion von o2 und E-Plus ist mit dem Verkauf von Drillisch an United Internet ein neuer virtueller Netzbetreiber entstanden, der Netzkapazitäten der Telefónica nutzt. Discountmarken von Drillisch bieten ebenfalls eigene LTE-Tarife an.

Die LTE-Verfügbarkeit der deutschen Provider unterscheidet sich. Auskunft darüber, ob LTE an einem bestimmten Standort oder in einer Region verfügbar ist und welche Geschwindigkeiten erreicht werden, erhalten Interessierte über die Netzabdeckungskarten der Mobilfunkanbieter. Vor dem Buchen eines LTE-Tarifs bei einem bestimmten Anbieter empfiehlt es sich, diese Netzabdeckungskarten zu nutzen.

Die LTE-Tarife der Deutschen Telekom

Die Deutsche Telekom hat in den letzten Jahren enorm in den Ausbau ihres LTE-Netzes investiert. Mittlerweile ist die LTE-Verfügbarkeit im Netz der Telekom sehr gut und weist nur noch sehr wenige weiße Flecken auf. Regelmäßig belegt das Netz der Telekom bei verschiedenen Verbrauchertests erste Plätze. Dies liegt auch in den hohen durchschnittlichen Übertragungsraten begründet. Mit Hilfe von Frequenzbündelung können Kunden im 4G-Netz mit Geschwindigkeiten von bis zu 300 (vereinzelt bis 375) Megabit pro Sekunde mobil surfen.

Die Verwendung des schnellen 4G-Netzes ist inzwischen mit allen MagentaMobil-Tarifen möglich. Auch die verschiedenen Prepaid-Tarife der Telekom beinhalten mittlerweile so genanntes Highspeed-Datenvolumen mit maximaler LTE-Geschwindigkeit. Die Vertrags- oder Prepaid-LTE-Tarife der Telekom sind in verschiedenen Paketen mit unterschiedlich großem monatlichem Inklusivvolumen erhältlich.

Festnetzkunden können in schlecht versorgten Regionen mit dem Hybrid-Tarif einen kombinierten DSL-/LTE-Tarif buchen, der die begrenzte Bandbreite der DSL-Verbindung durch mobile Datenübertragung erweitert. Die LTE-Leistungen der Deutschen Telekom waren lange exklusiv für Telekom-Kunden vorgesehen. Seit März 2018 können auch Kunden der Tochter Congstar und von einzelnen Discountern 4G im D-Netz nutzen.

Die 4G-Tarife von Vodafone

Vodafone ist in puncto maximaler Geschwindigkeit der Vorreiter der deutschen LTE-Anbieter. In einigen Städten können Kunden von Vodafone seit 2017 mit bis zu 1 Gigabit pro Sekunde im Mobilfunknetz kommunizieren, in mehreren Städten sind bis zu 500 Megabit pro Sekunde möglich. Das LTE-Netz von Vodafone mit seinen hohen Datenraten steht allen Kunden mit einem RED-Tarif offen. Neben den verschiedenen RED-Vertragstarifen sind Prepaid-Tarife mit LTE-Nutzung verfügbar. Diese werden unter dem Namen „CallYa“ von Vodafone vermarktet. Mobilfunknutzer, die einen Einsteigertarif der „Easy“-Kategorie wählen, profitieren nicht von den hohen LTE-Geschwindigkeiten und müssen sich mit maximal 42,2 Megabit pro Sekunde zufrieden geben.

Einige Mobilfunktarife von Vodafone lassen sich als Alternative zu DSL- oder Kabel-Internetanschlüssen (GigaCube) buchen. Wie bei der Telekom existieren auch bei Vodafone Discounter, die die Netzdienstleistungen unter eigenem Namen vertreiben. Dies sind beispielsweise 1+1 oder otelo. Für die Discounter im Vodafone Netz hat sich in letzter Zeit viel getan. Der Düsseldorfer Netzbetreiber hat sein 4G-Netz für otelo, FreenetMobile und Mobilcom-Debitel.

Die LTE-Tarife von o2 (Telefónica)

o2 startete den Aufbau seines LTE Netzes später als die Telekom und Vodafone und zeigt in Sachen LTE-Verfügbarkeit noch einige Schwächen. Allerdings ist mit der Fusion von o2 und E-Plus unter dem Telefónica-Konzerndach nun ein finanzkräftiger Anbieter entstanden, der massiv in den LTE-Ausbau seines Netzes investiert. Die derzeit maximal mögliche Datenrate im o2-Netz beträgt 225 Megabit pro Sekunde und ist damit niedriger als bei der Telekom oder bei Vodafone.  

Im Zuge der technischen Fusion der Mobilfunknetze von o2 und E-Plus hat sich die Telefónica dazu entschlossen, das LTE-Netz auf Basis des o2-Netzes weiter auszubauen und das alte LTE-Netz von E-Plus abzuschalten. Die komplette Verschmelzung der Netze ist seit Ende 2018 abgeschlossen. Bei Telefónica Deutschland konzentriert man sich 2019 verstärkt auf den LTE-Ausbau und die Steigerung der 4G-Netzabdeckung.  

Um von den hohen Datenraten (225 Megabit pro Sekunde) im 4G-Netz profitieren Kunden mit einem o2-Free-LTE-Tarif, Datentarif oder Prepaid-Tarif. Im Netz von o2 existieren zahlreiche Discounter, die LTE-Tarife für ihre Kunden anbieten. Zum Teil gehen diese auf den virtuellen Provider Drillisch zurück.

Die besondere Situation der Discounter und ihrer 4G-Tarife

Die LTE-Netze der Deutschen Telekom und von Vodafone mit ihren maximalen Datenraten bleiben den eigenen Kunden exklusiv vorenthalten. Discounter in diesen Netzen können mittlerweile die 4G-Technik nutzen, müssen aber eine Drosselung der maximalen LTE-Geschwindigkeit in Kauf nehmen. Bei o2 zeichnete sich durch die Fusion eine neue Situation ab. Denn aufgrund des Zusammenschlusses von E-Plus und o2 war die Telefónica seitens der EU-Kommission dazu verpflichtet, 30 Prozent der eigenen Netzkapazitäten abzustoßen.

Dies sollte der starken Konzentration im deutschen Mobilfunkmarkt auf nur noch drei Provider (o2, Telekom und Vodafone) entgegen wirken. Die Auflage konnte Telefónica durch den Verkauf von Drillisch an United Internet (1+1) erfüllen. Drillisch kann nun bis zu 30 Prozent der Netzkapazitäten von Telefónica gegen eine Netzmiete nutzen und selbst als virtueller Mobilfunkanbieter auftreten. Die verschiedenen Marken von Drillisch enthalten daher oftmals die Nutzung der LTE-Technik. Es wird erwartet, dass weitere Discounter im Telefónica-Netz LTE-Tarife anbieten werden. United Internet hat die Übernahme von Drillisch 2017 abgeschlossen.

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