LTE Verfügbarkeit in Europa im Vergleich

Ein Großteil der Bevölkerung kann in Deutschland LTE nutzen. Die Bundesnetzagentur hat es kürzlich neue Zahlen genannt: Die LTE Verfügbarkeit lag der Deutschen Telekom Anfang 2019 bei 96,3 Prozent, Vodafone versorgte zu diesem Zeitpunkt 94,3 Prozent der Bundesbürger mit LTE und Telefónica o2 gab eine LTE Verfügbarkeit von 89,1 Prozent an. Europaweit liegt Deutschland bei der Mobilfunk Netzabdeckung mit LTE im Mittelfeld, insbesondere die nordeuropäischen Länder Schweden, Norwegen und Dänemark sind mit nahezu 100 Prozent LTE Verfügbarkeit noch etwas besser versorgt, wie eine Statistik der EU-Kommission zeigt.

LTE Verfügbarkeit
Wie steht es um die LTE Verfügbarkeit in Europa? (Bildquelle: © Manuel Schönfeld – stock.adobe.com)

LTE Verfügbarkeit europaweit: Norwegen führend

Im europäischen Vergleich liegt Norwegen mit 99,6 Prozent Abdeckung an der Spitze. Die norwegischen Mobilfunk-Anbieter haben seit 2010 konsequent jeden Mobilfunk-Mast mit LTE ausgebaut, oft in Verbindung mit den weit reichenden Frequenzen um 800 Megahertz. Entgegen kommt den Anbietern in Norwegen die Siedlungsstruktur, die Bevölkerung konzentriert sich auf wenige große Städte, sodass recht schnell ein hoher Versorgungsgrad erreicht werden kann.

Deutschlands Nachbarländer: LTE oft günstiger

Eine ähnlich hohe LTE Verfügbarkeit wie in Norwegen findet man auch in den Niederlanden. Der beste Anbieter Tele 2 hatte 2018  bereits 95,2 Prozent mit LTE versorgt, das Nachbarland an der Nordsee erreichte damit einen guten Platz im europaweiten Vergleich. Die flache Topografie ist für die Anbieter sicherlich hilfreich gewesen, ein fast flächendeckendes LTE-Netz aufzubauen, auch gibt es in den Niederlanden bereits eine gute Glasfaser-Infrastruktur, sodass die Sendemasten zügig an das Internet angebunden werden können.


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In der Schweiz bieten die Mobilfunk-Provider ebenfalls eine sehr gute LTE Verfügbarkeit, der Marktführer Swisscom (2018: fast 93,5 Prozent) ermöglicht mit LTE Advanced sogar Geschwindigkeiten im Gigabit-Bereich, sofern ein passendes Endgerät verwendet wird. Dazu sind die Eidgenossen bereits mit 5G gestartet. Nutzer mit deutschem Mobilfunk-Tarif müssen in der Schweiz aber aufpassen: das kostenfreie Roaming im EU-Ausland gilt in der Schweiz nicht, da die Schweiz kein Mitglied der EU ist. Je nach Tarif können daher saftige Aufschläge fällig werden, welche eine LTE Nutzung auf Reisen unattraktiv werden lässt.

Österreich war früher immer Vorreiter bei der Mobilfunk Netzabdeckung in Europa, mittlerweile liegt der Alpen-Staat mit einer LTE Verfügbarkeit nicht mehr in den vorderen Plätzen. Auch die Geschwindigkeiten sind nicht Rekordverdächtig, wie in fast allen anderen europäischen Mitgliedsstaaten sind via LTE Advanced bis zu 300 Mbit/s im Download möglich. Einen großen Vorteil haben die Mobilfunk-Nutzer in Österreich aber gegenüber den Deutschen: sie können deutlich günstigere Tarife buchen.

Weitere Nachbarländern mit einer guten LTE-Netzabdeckung sind Belgien, Dänemark und Polen. Frankreich liegt bei der 4G-Abdeckung etwas zurück. Doch die Franzosen können – wie die Österreicher, Polen, Dänen – auf sehr günstige Tarife mit hohem Datenvolumen zurückgreifen.

LTE Geschwindigkeit im europaweiten Vergleich

Wie hoch die maximale LTE Geschwindigkeit letztendlich ist, hängt von mehreren Faktoren ab: das Endgerät muss ein aktuelles LTE Modem besitzen, der jeweilig genutzte Tarif muss für die höchstmögliche Datenrate freigeschaltet sein und nicht zuletzt muss natürlich auch eine LTE Verfügbarkeit mit der aktuellsten LTE Advanced bzw. 4.5G Technik vorhanden sein. In Deutschland sind derzeit in einzelnen Städten bis zu 1 Gbit/s über LTE (Vodafone) erreichbar, damit liegt Deutschland europaweit mit in der Spitzengruppe. Die Entwicklung geht in den nächsten Jahren klar in Richtung 5G, bis dahin wird LTE Advanced in Europa sicherlich in den meisten Ländern mehr als 1 Gigabit pro Sekunde ermöglichen.

Die Verfügbarkeit von LTE Advanced mit extrem hohen Geschwindigkeiten ist aber meist auf einige wenige „Hotspots“ begrenzt, dazu zählen zum Beispiel Stadtzentren, Bahnhöfe, Flughäfen oder Fußballstadien. Auf dem flachen Land, wo die Bevölkerungsdichte gering ist, lohnt sich der teure Ausbau mit zusätzlichen Mobilfunk-Masten für die Mobilfunk-Anbieter nur selten. Dennoch profitieren auch ländlich gelegene Gebiete von der weiteren Entwicklung: die LTE Verfügbarkeit wird durch neue Mobilfunk Frequenzen verbessert und die Geschwindigkeit wird durch neue Modulations- und Antennen-Technologien auch ohne zusätzliche Sender-Standorte gesteigert.

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